Bergsteigen

Die Arten von Bergseilen

Das Bergseil ist der zentrale Ausrüstungsteil beim Klettern; Seile werden zum Abseilen, als Fixseile, vor allem aber zur Sicherung verwendet. Seile müssen helfen, Unfällen vorzubeugen und Verletzungen zu verhindern. Wird ein Seil beim Bergsteigen zur Sicherung verwendet, muss es den Sturz elastisch auffangen; der Seilmantel muss möglichst abriebfest sein. Ein Seil muss den Witterungseinflüssen standhalten und über die gesamte Lebensdauer die gleichen Eigenschaften behalten. Einen allgemein gültigen und vergleichbaren Maßstab legt die UIAA-Norm (Union International des Association d`Alpinisme) fest.

Moderne Bergseile werden heute ausschließlich als Kernmantelkonstruktionen hergestellt. Der gewobene Mantel umschließt den Kern, der aus Tausenden einzelnen Fasern besteht; der Kern ist das tragende und energieaufnehmende Element. Dynamische Seile dehnen sich bei Belastung aus (bis zu 12%), statische Seile hingegen sind sehr dehnungsarm und werden daher nicht zur Partnersicherung, sondern als Steig- und Abseilhilfen verwendet.

Allgemein sind die Seildurchmesser von 7 – 10 mm; dünnere Seile sind meist leichter. Nicht jedes Sicherungsgerät eignet sich für dünnere Seile! Moderne Bergseile sind generell sehr abriebfest; spezielle Kletterseile mit extra starkem Mantel werden für Klettergärten oder Kletterhallen hergestellt.

Einfachseile

Einfachseile sind die gebräuchlichsten Kletterseile und sie sind einfach zu handhaben. Einsatzgebiet im Klettergarten, in Hallen oder für klassische Hochtouren. Seillänge zwischen 55 und 70 m.

Zwillingsseile

Zwillingsseile bieten durch die zwei Seilstränge, die immer beide in jede Zwischensicherung eingehängt werden müssen, eine größere Sicherheit. Mit einem Zwillingsseil kann über die komplette Seillänge abgeseilt werden.

Halbseile

Halbseile liegen zwischen dem Einfach- und Zwillingsseil. Bei der Zwillingsseiltechnik werden die beiden Stränge wie ein einziger gehandhabt, bei der Halbseiltechnik wird jeder Strang separat in unterschiedliche Sicherungen eingehängt. Beim alpinen Klettern und Bergsteigen werden vor allem Halb- oder Zwillingsseile verwendet, auf eine gute Imprägnierung ist besonders zu achten.

Wichtige Eigenschaften von Bergseilen

Normsturzzahl

Maßzahl für die Reißfestigkeit bei gehaltenen Normstürzen.

Fangstoß

Der Fangstoß wirkt als maximale Kraft auf den Körper des Kletterers. Ein Teil der Energie wird durch die Dehnung des Seils aufgenommen, der „Rest“ belastet die gesamte Sicherungskette als auch den Gestürzten.

Gebrauchsdehnung

Die Gebrauchsdehnung ist die Elastizität des Seils bei statischer Belastung.

Mantelverschiebung

Mantel und Kern werden stark hin und her bewegt und die Seile dann auf Verdickungen überprüft.

Steigeisen

Steigeisen (aus Stahllegierungen) werden unter die Bergschuhe geschnallt, um Sicherheit auf Eis und Firn zu bieten.

Grödel

Die Grödel ist ein Behelfssteigeisen, für alle Schuhe geeignet, leicht und kompakt, zum Überqueren von Schneefeldern, wichtiges Zubehör für Trekking und Zustiege.

Leichtsteigeisen

Diese acht- bis zehnzackigen Steigeisen sind auch mit nicht steigeisenfesten Schuhen verwendbar (leichte Gletscherwanderungen, schwach geneigte Firnfelder, Zu- und Abstiege in Schneerinnen). Sie sind nicht geeignet für steile Eisrinnen!

Steigeisen mit Gelenk

Für steileres Gelände oder das Eisfallklettern benötigt man mehr Zacken (12), vor allem für die Front. Moderne Steigeisen lassen sich individuell anpassen durch Hinzufügen, Weglassen oder seitliches Verschieben der Frontzacken.

Für alle Bergschuhe mit stabilen Sohlen ist die Riemenbefestigung geeignet. Steigeisen mit Kipphebelbindung sind nur möglich bei steigeisenfesten Bergschuhen mit ausgeprägtem Sohlenrand. Flexible oder starre Antistollenplatten verhindern das kompakte Anlegen von Schnee. Alle Steigeisen müssen mit einem Sicherungsriemchen am Bein befestigt werden.

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